Zeitreise ins Jahr 1966: Aufstieg in die 3. Liga

"Mannschaft hat sich prächtig geschlagen und verdient volle Anerkennung"

(wh) - Im zwölften Teil unserer Zeitreise drehen wir das Rad ins Jahr 1966 zurück, als der FC Wacker nach mehreren vergeblichen Anläufen den Meistertitel in der 2. Amateurliga Oberschwaben errang, so mit dem Stadtrivalen TG gleichzog.

Fortan war die Stadt Biberach - bis zur Fusion beider Vereine 1970 – mit zwei Klubs in der legendären Schwarzwald-Bodenseeliga vertreten. Damals war das die dritthöchste Spielklasse in Deutschland, was für entsprechend großes Zuschauer-Interesse sorgte. So verzeichnete Neuling Wacker in der Saison 66/67 einen Schnitt von über 900 Besuchern pro Punktspiel.

Zurück zur Meisterschaft 65/66 in der 2. Amateurliga Oberschwaben: Den ersehnten Titel holte sich das Team am drittletzten Spieltag mit einem 2:0-Sieg beim SV Sigmaringen. Die SZ berichtete seinerzeit:

Das Spiel verschärfte sich in der zweiten Halbzeit immer mehr, als der Schiedsrichter Debatten innerhalb und außerhalb des Spielfeldes hervorrief. Sigmaringens Mittelläufer verlor darauf die Nerven und wurde in den Schlussminuten des Feldes verwiesen. In der 32. Minute hatte Biberachs Linksaußen Pfitzner durch einen scharfen Schuss in die lange Ecke die Führung erzielt. Schon vier Minuten später folgte durch Mittelstürmer Rattka mit Kopfstoß das zweite Tor. Danach hatte Sigmaringen klare Chancen, traf aber in der Hast nicht einmal das leere Tor.

Dabei hatten die Wackeraner einen schwachen Start in die Saison 65/66 hingelegt und zwischenzeitlich den letzten Tabellenplatz eingenommen. Ehe sie die Spitze erklommen und die Oberschwaben-Meisterschaft feiern durften. Was Balsam für die Wackeraner war, hatten sie doch jahrelang auf dieses Ziel hingearbeitet, stets auch gut abgeschnitten, aber der große Wurf blieb ihnen ebenso oft versagt.

„Nicht zuletzt ist die Meisterschaft ein Verdienst von Trainer Wieneke, der – früher beim SSV Ulm 1846 spielend – für diese Runde verpflichtet wurde“, hieß es in der SZ. Gleichwohl müsse der Mannschaft „volle Anerkennung“ ausgesprochen werden. „Sie hat sich prächtig geschlagen und eines der erfolgreichsten Jahre in der 41-jährigen Vereinsgeschichte krönend abgeschlossen". Denn nicht nur die erste Garnitur errang den Meistertitel, sondern ebenso die II. Mannschaft in der B-Klasse wie auch die C-Jugend des FC Wacker.

Im letzten Heimspiel der ersten Mannschaft gab es dann noch zahlreiche Ehrungen: Der erste Vorsitzende Karl Frey, zugleich der Sponsor des FCW, übermittelte den Spielern herzliche Glückwünsche und überreichte ein Blumengebinde. Der Spielführer Rolf Koch erwiderte diese Geste mit einem kleinen Präsent. Doch auch die „Seele“ der Mannschaft“, Trainer Wieneke, wurde nicht vergessen, ehe der Ehenvorsitzende des Spielausschusses Theo Aberle dem Spieler Heinrich Vogel für sein 300. Spiel einen Blumenstrauß übergab.

Staffelleiter Frank (Schussenried) ehrte den Oberschwaben-Meister als Vertreter des WFV und überreichte den Meisterwimpel sowie ein Geschenk. Auch die Stadt Biberach zeigte sich erkenntlich und händigte dem FC Wacker durch Bürgermeister Rack einen Fußball aus, in dessen Innern sich eine Überraschung befand.

Unser Bild zeigt den Oberschwaben-Meister 1966, neben Trainer Wieneke stehen in der hinteren Reihe (von links): Eyrainer, Koch, Brücker, Nitschke, Pfitzner, Rattka. Kniend: Bahmer, Vogel, Vogelgesang, Angele, Rupp.

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