Zeitreise in die 60er: erfolgreiche Ära dank Karl Frey

Er prägte den Verein: als Präsident und großzügiger Mäzen

(wh) - Im 15. Teil unserer Zeitreise drehen wir das Rad in die 60er-Jahre zurück, als Karl Frey (Foto) maßgeblich zum Aufschwung des FC Wacker beitrug: als umsichtiger Präsident und als großzügiger Mäzen. Danach stand der Unternehmer dem FV Biberach in selbiger Art und Weise vor, bis er im Jahr 1999 im Alter von 71 Jahren starb.

Frey prägt den FC Wacker in doppelter Hinischt: als umsichtiger Präsident (von 1962 bis zur Fusion mit der TG Biberach anno 1970) und als großzügiger Mäzen.

Regelmäßig stellt er erkleckliche Summen zur Verfügung, um die Löcher in der Vereinskasse zu stopfen oder um Spieler zu „kaufen“. Oder um nach einem erfolgreichen Match, einfach mal die komplette Zeche der versammelten Mannschaft zu übernehmen. Gerne auch auf telefonische Anfrage des Spielführers oder eines anderen Verantwortlichen („Karl, mir hend gwonna ond an Mords-Honger ond Durschd“), wenn Frey nicht dabei ist, sondern als Betreiber zweier Campingplätze in Kressbron ebendort nach dem Rechten schauen muss.

Kurzum: Ohne Frey wäre der größte sportliche Erfolg in der Vereinsgeschichte des FCW - nämlich der Aufstieg in die legendäre Schwarzwald-Bodensee-Liga (damals die dritthöchste Klasse in Deutschland) - und der viermalige Klassenerhalt niemals möglich gewesen.

Anlässlich seines Todes im Jahr 1999 würdigte die Schwäbische Zeitung Freys Leben und Verdienste wie folgt:

Er war einer der markantesten Persönlichkeiten des Biberacher Vereinslebens. Wegen seiner hohen Verdienste um die Stadt war er Träger der Biberacher Bürgerurkunde.

Frey wurde 1927 im Biberacher Stadtteil Birkendorf geboren, begann seine berufliche Laufbahn im Lebensmittel-Großhandel, ehe er zu Beginn der 60er-Jahre die Campingplätze Iriswiese und Gohren in Kressbronn übernahm. Sie baute er zu einem der größten Freizeit- und Campingparks in Deutschland aus.  

Ende der 40er-Jahre kickte er als Verteidiger bei der Spielvereinigung Biberach, war dann passives Mitglied und später im Vorstand. Von 1962 bis 1970 führte er als Präsident den FC Wacker. Nach der Fusion des FCW mit der Fußballabteilung der TG Biberach im Jahr 1970 hatte er auch beim FV Biberach des Amt des Vorsitzenden inne - mit einjähriger Unterbrechung bis zu seinem unerwarteten Tod im August 1999.

Für Frey war der Verein immer ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens, wobei er sein Engagement nie in den Vordergrund stellte. Er war ein geselliger Mensch, der das Leben liebte. Kameradschaft betrachtete er als sehr hohes Gut. Für die Spieler war er eine Art Vaterfigur. Seine größte Sorge galt immer der Jugend. Hier sah er den Verein als soziales Integrationselement.

Karl Frey hat zweifelsohne die Biberacher Vereins- und Fußball-Geschichte entscheidend geprägt. Er war der Fußballmacher schlechthin.

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